München. Der Aufschrei wäre laut. Sehr laut. Nicht auszudenken was die Zeitungen geschrieben hätten, wenn die CDU in einem Bundesland vorgeschlagen hätte, Studiengebühren von Ausländern zu nehmen. Die Grünen haben genau das getan. Und weshalb?
Die Geschichte ist schnell erzält. Die Fraktion der Grünen im Landtag von Baden-Württemberg hat genannte Vorschläge unterbreitet. Klar war, dass der kleinere Koalitionspartner, die SPD, niemals zustimmen würde. Doch was bewegt eine erfolgsverwöhnte Partei zu solchen Vorschlägen, die den ohnehin brüchigen Koaltionsfrieden gefährden und die Partei näher an die CDU heranführen? Zwingt die Macht des tatsächlichen Haushaltslochs die Grünen zur Vernunft?
Können sich die Grünen eigentlich alles leisten ohne Sympathiewerte zu verlieren? Es scheint so. Die Grünen habe viele ihrer guten Leute an andere Parteien oder die Wirtschaft verloren. Sie treten mindestens seit zehn Jahren mit unveränderter Mannschaft an, obgleich es durchaus Skandale und Schwächephasen gab. Erneuerung scheint zweitrangig. Was zieht die Wähler zu den Grünen?
Wer mehr Steuern zahlen möchte, wählt grün.
Wer Betriebe außer Landes bringen möchte, wählt grün.
Wer donnerstags kein Fleisch willl, aber gleichzeitig den fleischfreien Freitag aus christlicher Tradition als verstaubt ablehnt, wählt die Grünen.
Wer EU-Ausländer am Studium in Deutschland hindern möchte, sollte grün wählen.
Wer gegen Fluglärm, Bahnverkehr und Feinstaub gleichermaßen ist, sollte grün wählen.
Wer islamische Feiertage haben und christliche abschaffen möchte, sollte sich an die Grünen wenden.
Wer seinen Minijob satt hat, sollte die Grünen wählen.
Und wer das alles und vieles mehr nicht will, der denkt an die Grünen in der Nacht und wählt was besseres.