Klingenberg. Der Verkehrsinfarkt auf der Schiersteiner
Brücke hat das Rhein-Main-Gebiet hart getroffen. Kilometerlange Staus und
Umleitungen haben den Verkehr zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz zum Erliegen
gebracht und gleichzeitig eine Schwachstelle Deutschlands offenbart.
Vor
und für Jahrzehnte gebaut, war die Schiersteiner Brücke schon immer ein
Nadelöhr in der Metropolregion zwischen Rhein und Main. Wichtig, weil viele
Unternehmen die Nähe zu den Flüssen, wie auch zum Frankfurter Flughafen,
suchen. Lebensnotwendig, weil im Pendlerland Rheinland-Pfalz viele ihre Heimat
nicht für ihren Arbeitsplatz aufgeben müssen.
Als
kurz vor dem Höhepunkt der fünften Jahreszeit in Mainz Teile der Brücke
herausbrachen, wurde das Herzstück der Verkehrsarchitektur über dem Rhein
gesperrt. Die Folgen sind bekannt und führten deutlich vor Augen, dass der stark
diskutierte und kritisierte Zustand der Infrastruktur in Deutschland, allen
voran im Bereich der Straßen und Brücken, mau aussieht. Da wird die Maut,
Verzeihung, Infrastrukturabgabe wenig bis gar nichts bewegen.
Die
Wiedereröffnung der Brücke für den Verkehr – Schwerlasten sind weiter
ausgenommen – entlastet die Politik jedoch nicht von der Suche nach
langfristigen Lösungen. Freilich ist die Forderung nach mehr Geld für
Investitionen leicht aufgestellt. Weniger schnell sind gleichwohl die Probleme
abgestellt, die zum Infarkt führten.
Nicht
wenige verweisen auf die derzeit niedrigen Refinanzierungskosten für Bund und
Länder und fordern einen raschen Abbau des Investitionsstaus. Schulden statt
Staus, wo das Geld doch fast verschenkt wird.
Doch die Komplexität der Maßnahmen verhindert das. So einfach ist es
nicht und wer weiß, ob die Zinsen bei Beginn der Umsetzung noch so niedrig sind.
Schierstein
hat gezeigt, dass es viele Problemstellen außerhalb der Mittelverwendung gibt.
Die Abstimmung zwischen zwei Bundesländern funktionierte nicht, selbst die schon
eingeplanten Steuergelder werden nicht immer zeitnah und effizient verbaut und
der Fokus der Politik liegt auf Großprojekten. Drei Regionalflughäfen sind erwähnenswert, die zeigen, dass
Geld nicht immer sinnvoll verbaut wird: Kassel-Calden, Hahn und Zweibrücken statt
Schierstein und Co.
Deutschland braucht eine leistungsfähige Infrastruktur. Wer sich nicht der grünen Eisenbahnromantik hingeben will, muss auch zugeben, dass dazu Brücken, Straße und Flughäfen notwendig sind. Ja, auch leistungsfähige Bahnknotenpunkte gehören dazu, damit nicht jeder Regionalflughafen zum letzten Strohhalm ganzer Regionen wird. Bespiele lassen sich beliebig viele finden. Am Ende zeigen sie alle, dass eine aktive und abgestimmte Infrastrukturpolitik präventiv denkt und derzeit notwendiger ist denn je. Der Bundesverkehrsminister Dobrindt sollte doch im digitalen Zeitalter in der Lage sein, diesen Prozess in sinnvolle Bahnen zu lenken und ein Gesamtkonzept mit seinen Kollegen auf der Länderebene zu entwerfen. Langfristig wären damit weniger Löcher in Brücken wie auch in Haushalten und ihm der Eintrag in die Geschichtsbücher sicher.
Deutschland braucht eine leistungsfähige Infrastruktur. Wer sich nicht der grünen Eisenbahnromantik hingeben will, muss auch zugeben, dass dazu Brücken, Straße und Flughäfen notwendig sind. Ja, auch leistungsfähige Bahnknotenpunkte gehören dazu, damit nicht jeder Regionalflughafen zum letzten Strohhalm ganzer Regionen wird. Bespiele lassen sich beliebig viele finden. Am Ende zeigen sie alle, dass eine aktive und abgestimmte Infrastrukturpolitik präventiv denkt und derzeit notwendiger ist denn je. Der Bundesverkehrsminister Dobrindt sollte doch im digitalen Zeitalter in der Lage sein, diesen Prozess in sinnvolle Bahnen zu lenken und ein Gesamtkonzept mit seinen Kollegen auf der Länderebene zu entwerfen. Langfristig wären damit weniger Löcher in Brücken wie auch in Haushalten und ihm der Eintrag in die Geschichtsbücher sicher.