München. Am 24. Juli wählt meine alte CSU-Heimat einen Direktkandidaten
für die kommende Landtagswahl. Zwei Kandidaten stehen zur Verfügung. Berthold
Rüth strebt seine vierte Wahlperiode an, Daniel Müller fordert ihn heraus. Ich meine:
Lasst uns diesmal Zukunft wagen.
Die
Lage ist ernst: Die CSU hat im Landkreis Miltenberg an Zustimmung eingebüßt. Die
Kommunalwahlen 2014 auf Kreisebene wurden verloren (Analyse). Wer es mit der CSU
gut meint, bildet sich ein eigenes Urteil. Doch wer Bürgern zuhört und die
Wirklichkeit betrachtet, kann zu keinem anderen Urteil kommen. Die Zeiten, in
welchen ohne die CSU nichts ging scheinen im Landkreis Miltenberg vorüber.
Die Kreis-CSU ist nur dann mehrheitsfähig,
wenn sie für Konservative, für Liberale und für suchende und offene
junge Menschen wählbar ist. Wer hier erfolgreich sein will, muss zuhören und
die Fragen dieser Gruppen beantworten. Hören wir zu? Kennen wir die Fragen?
Haben wir die Antworten?
Eine Schlüsselposition ist der
Landtagsabgeordnete. Das ist zwingend so, weil die Kreis-CSU sonst kein
einflussreiches Mandat mehr ausübt, sieht man von Erwin Dotzel im Bezirkstag
ab. Der Bundestagsabgeordnete ist auf Jahre im Nachbarlandkreis beheimatet, der
Landrat jung und grün. Seine Stellvertreter kaum jemanden außerhalb der Politik
bekannt. Bei den Bürgermeistern drohen heute schon mit Blick auf 2020 und 2026
Nachwuchssorgen, von den Gemeinderäten ganz zu schweigen. Der Einzige, der gestalten
kann ist der Abgeordnete in München. Fällt dieser aus, droht Ungemach für die
Union.
Wer das abstreitet, hat auch bis
zur Stichwahl in 2014 gesagt, dass ein CSU-Landrat in Miltenberg gesetzt sei. Wer
nicht zuhören mag, sollte einen Blick in die Zeitung wagen. Reden wir heute
nicht über die beinahe tagtägliche Kritik am aktuellen Abgeordneten, denken wir
groß und schauen, was praktisch überall in Europa und der Welt passiert. Die
Bürger gehen neue Wege und wählen die Veränderung. Der Stammwähler ist eine
aussterbende Randgruppe. Neue Wege heißt: neue Persönlichkeiten oder Parteien.
In Österreich hat ein 30jähriger ohne Studium die Chance, der nächste
Bundeskanzler zu werden. In Frankreich gewinnt ein 39jähriger Seiteneinsteiger
mit einer Bewegung die Präsidentenwahlen. Glauben wir wirklich, mit alten
Antworten die Fragen von morgen beantworten zu können?
Es kommt mehr denn je auf
glaubwürdige Persönlichkeiten in Partei, Parlament und Regierung an. Wie
entsteht Glaubwürdigkeit? Nur dadurch, dass Worte und Taten der Handelnden
nicht allzu weit auseinanderliegen. Ich sage bewusst nicht: deckungsgleich
sind. Wir alle sind Menschen, und keiner ist vollkommen. Genau hier ist auch im
Landkreis Miltenberg Handlungsbedarf, weil die Wähler längst den Glauben an die
CSU verloren haben. Lasst uns Neues wagen, lasst uns Zukunft wagen.
Die CSU im Landkreis Miltenberg liegt weit unter ihren
Möglichkeiten. Es braucht eine weitsichtige, berechenbare, vertrauenswürdige,
wirklichkeitsnahe und werteorientierte Politik. Die CSU sollte nicht die Schuld
bei anderen suchen und mangelnde Sichtbarkeit beklagen und damit fehlende
Stimmen begründen, sondern ihre Politik an den Bedürfnissen der Menschen ausrichten.
Die CSU braucht dazu eine Persönlichkeit im Landtag, die den Bürgern wieder auf Augenhöhe begegnet und Antworten auf deren Fragen hat. Dann ist sie
nicht nur wählbar, sie ist die große bayerische Partei der Mitte und näher am
Menschen. Diese Persönlichkeit ist Daniel Müller. Er ist die Zukunft. Darum
sollte die CSU am 24. Juli die Zukunft wagen.