Wir vertreten die MAINung, dass Politik von der Diskussion lebt. Dieser Idee haben wir unseren Blog gewidmet. Wir sind Nikolaus Barth und Daniel Müller. Langjährig in der Jungen Union/CSU aktiv und zwischenzeitlich in verschiedenen Berufen und Orten beheimatet. Wir sind unseren Wurzeln dennoch weiterhin verbunden und mit dem steten Drang sich zu Wort zu melden. Die Themen reichen vom Untermain über München und Berlin bis nach Brüssel und darüber hinaus.

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Samstag, 8. November 2014

Ist Scherf der bessere Strauß?

Miltenberg. Zugegeben, es ist ein unvergleichbarer Vergleich. Damit anscheinend eher ein Antagonismus. Einerseits der junge, dynamische Jens Marco Scherf. Andererseits der polternde, altväterliche Franz Josef Strauß. Was mögen die beiden gemein haben? Auf den ersten Blick wenig. Der quicklebendige Grüne und der längst verstorbene Schwarze bilden trotzdem nur scheinbar ein Gegensatzpaar. Beide vereint die Fähigkeit des politischen Instinkts, ihr Herz bei der Sache und die Gabe der rhetorischen Stärke. Mit mehr oder wenigen starken Ausprägungen, natürlich. Mein ehrlicherweise bislang trotzdem hinkender Vergleich der beiden Protagonisten kann sich nur weiter stützen auf die Krücke meiner Beobachtungen aus den vergangenen Wochen. Ich wage einen Deutungsversuch.

JMS und FJS – jeweils drei Buchstaben und zwei spezielle Biographien, aber eine gemeinsame Gattung: die des homo politicus. Scherf wurde mit 39 Jahren Miltenberger Landrat. In diesem Alter saß Franz Josef Strauß zum ersten Mal auf der Regierungsbank. Bundesminister für besondere Aufgaben war er damals. Besondere Aufgaben hat Scherf auch zu bewältigen. Er ist jetzt an der Macht und damit in der Verantwortung. Asylunterkünfte wollen gesucht, ausgestattet und korrekt betrieben werden. Die Verkehrssicherheit auf Bundesstraßen muss gesteigert und die medizinische Versorgung in der Breite gewährleistet sein. Viel zu tun. Oft gibt es mehrere Handlungspfade und Meinungen, die gegeneinander abgewogen werden müssen. Um Politik zu gestalten, sind also Standpunkte zu bilden und zu artikulieren. Das ist sowohl von der Regierung, als auch von der Opposition zu leisten. In den Blütejahren der Strauß`schen Parteiarbeit schrieb man dem Vorsitzenden zu, dass das bisschen Opposition, was gebraucht werde, die CSU sich doch lieber selber mache. Er wünschte damals, in verschmitzter Manier, es gäbe eine richtige Opposition. Ich teile seinen Wunsch von damals. Heute allerdings für den Landkreis Miltenberg. Um jeglichen Missverständnissen vorzubeugen: Es geht nicht um Frontalopposition. Ich rufe vielmehr nach kritischer und gleichzeitig konstruktiver Begleitung der aktuellen Landkreispolitik. Aber wo sind die alternativen Wege, die sich in der Politik so oft auftun? Wer erweist sich als Wanderführer zum Ziel, der nächsten Kommunalwahl? Jürgen Reinhard müht sich redlich. Michael Berninger stellt die richtigen Fragen. Beide beweisen als Bürgermeister, dass sie es können. Ihre Stimmen sind auf Landkreisebene aber noch zu leise. Neue politische Konstellationen bergen auch immer die Möglichkeiten neuer Koalitionen. In Miesbach spricht die CSU mit den Grünen. Das Erhaltende - Konservative - ist sicher ein großes, verbindendes Element. Vielleicht ein Weg, dass aus Beobachtern wieder Akteure werden? Scherf hat beherzigt, was Strauß schon damals wusste: „Auf den harten Bänken der Opposition isst man oft trockenes Brot.“. Aber Regierungsarbeit ist auch kein Festmahl. Das merkt der neue Landrat schon jetzt. Schmecken muss es am Ende dem Bürger. Sonst tauscht er Koch und Kellner. Es wird also Zeit für eine neue Speisekarte im Restaurant der Miltenberger CSU.

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