Sevilla. Die Hauptstadt der Autonomen Region Andalusien ist mit rund 700.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Spaniens. Wer sich der Stadt nähert muss aus einem politischen Blickwinkel zwei Fragen stellen. Die Frage nach der wirtschaftlichen Potenz ist dieser Tage überall angebracht. Darüber hinaus ist hier der ideale Punkt um Spanien die Gretchenfrage zu stellen.
Die Stadt im Süden der iberischen Halbinsel kann auf eine über zweitausendjährige Geschichte zurückblicken. Römer und Katharger siedelten hier, später im 8. Jh. n. Chr. eroberten die islamischen Mauren die Stadt und prägten sie über 500 Jahre. Ferdinand III von Kastilien, in der Stadt allgegenwärtig, eroberte Sevilla 1248, das in der Folgezeit zu einem christlichen Bollwerk ausgebaut wurde. Die Entdeckung Amerikas führte Sevilla zu neuer Blüte. Ab 18. Jh. n. Chr. endete diese Phase und küstennahe Städte wie Cadiz profitierten zunehmend durch ihre Überseehäfen.
In Spanien die Frage nach der Religöisität zu stellen klingt zu zunächst rethorisch. Selbstverständlich sind die Spanier überwiegend katholisch. Doch gerade Sevilla ist passend um einen genaueren Blick zu wagen. Die Stadt verfügt über den flächenmäßig größten Kathetralbau der Welt, der auf den Überresten einer Moschee erstellt wurde. Die tiefe Verwurzelung der Stadt im katholischen Glauben ist überall sichtbar und wird besonders in den Prozessionen der Karwoche deutlich. Sevilla bildet keine Ausnahme in Spanien, aber auch nicht die Regel. Tatsächlich sind nahezu alle Spanier katholisch, aber die strenge Auslegung ist nicht mehr weit verbreitet. Die Großstädte kennzeichnet eher eine liberale Bewegung mit Kritik an der Kirche. Konflikte zwischen der Regierung und der Kirche sind gleich an zwei Fronten dokumentierbar. Zum einen die Liberalisierung der Abtreibungsgesetze, zum anderen die Aufarbeitung der Franco-Diktatur. Spanien hat seinen Weg in die Demokratie ohne Blutvergießen beschritten, verarbeitet wurden die die Diktatur nie. Das liegt zum einen daran, dass der amtierende König von Francos Gnaden ist und zum anderen die gesellschaftliche Verpflechtung dieses fast vierzig Jahre andauernden Regimes enorme Tiefe hat. Erst seit 2007 gibt es eine offiziellen Regierungskommission, die sich mit der Aufarbeitung dieser Zeit beschäftigt. Spanien ist in vielen Punkten mit den späten Sechzigern, frühen Siebzigern in Deutschland vergleichbar. Kluge politische Entscheidungen könnten nötig sein um Spanien eine 68er-Bewegung zu ersparen. Dazu muss jeder in Spanien seinen Beitrag leisten. Die Überwindung der wirtschaftlichen Misere ist nur ein Teil der aktuellen Probleme.
Einfach ist die Überwindung der wirtschaftlichen Misere nicht. Dabei stellt sich in den Regionen und Städten abseits der Hauptstadt Madrid die Frage, ob eine vergleichbare Infrastruktur vorhanden ist. Sevilla verfügt zweifelsfrei über diese. Seit der Weltausstellung 1992 ist die Stadt durch eine Hochgeschwindigkeitstrasse direkt mit dem Zentrum von Madrid verbunden. Der historische Stadtkern ist vom Streckverlauf ausgenommen. Der Fernbahnhof liegt innenstadtnah und der Verkehr fließt in einem Tunnel ab. Sevilla ist sehr touristisch, verfügt aber über eine moderne Infrastruktur. Die Investitionen von 1992 haben das Stadtbild nachhaltig geprägt. Neben Bussen fahren moderne Straßenbahnen, eine U-Bahn-Linie geht 2010 ans Netz und verbindet den Stadtkern mit den äußeren Bezirken. Die beiden Universitäten haben in Spanien einen hervorragenden Ruf. Die ehemals von der Tabakindustrie geprägte Stadt hat sich zum spanischen Zentrum der Luftfahrtindustrie entwickelt. EADS unterhält hier ein Werk - Zulieferberiebe haben sich angesiedelt. Der internationale Flughafen gewährleistet ein direkte Anbindung nach Madrid und Barcelona und unterstützt dank der zahlreichen Billigflieger den steten Zustrom an Touristen. Trotz der nach wie vor hohen Bedeutung des Tourismus vermittelt Sevilla keinesfalls den Eindruck einer Fokussierung auf diesen. Die Stadt hat die Hausaufgaben gemacht, um die wirtschaftliche Misere zu überwinden. Sie steht damit lediglich in Konkurrenz mit vielen anderen spanischen Großstädten für die gleiches gilt!
Die Stadt im Süden der iberischen Halbinsel kann auf eine über zweitausendjährige Geschichte zurückblicken. Römer und Katharger siedelten hier, später im 8. Jh. n. Chr. eroberten die islamischen Mauren die Stadt und prägten sie über 500 Jahre. Ferdinand III von Kastilien, in der Stadt allgegenwärtig, eroberte Sevilla 1248, das in der Folgezeit zu einem christlichen Bollwerk ausgebaut wurde. Die Entdeckung Amerikas führte Sevilla zu neuer Blüte. Ab 18. Jh. n. Chr. endete diese Phase und küstennahe Städte wie Cadiz profitierten zunehmend durch ihre Überseehäfen.
In Spanien die Frage nach der Religöisität zu stellen klingt zu zunächst rethorisch. Selbstverständlich sind die Spanier überwiegend katholisch. Doch gerade Sevilla ist passend um einen genaueren Blick zu wagen. Die Stadt verfügt über den flächenmäßig größten Kathetralbau der Welt, der auf den Überresten einer Moschee erstellt wurde. Die tiefe Verwurzelung der Stadt im katholischen Glauben ist überall sichtbar und wird besonders in den Prozessionen der Karwoche deutlich. Sevilla bildet keine Ausnahme in Spanien, aber auch nicht die Regel. Tatsächlich sind nahezu alle Spanier katholisch, aber die strenge Auslegung ist nicht mehr weit verbreitet. Die Großstädte kennzeichnet eher eine liberale Bewegung mit Kritik an der Kirche. Konflikte zwischen der Regierung und der Kirche sind gleich an zwei Fronten dokumentierbar. Zum einen die Liberalisierung der Abtreibungsgesetze, zum anderen die Aufarbeitung der Franco-Diktatur. Spanien hat seinen Weg in die Demokratie ohne Blutvergießen beschritten, verarbeitet wurden die die Diktatur nie. Das liegt zum einen daran, dass der amtierende König von Francos Gnaden ist und zum anderen die gesellschaftliche Verpflechtung dieses fast vierzig Jahre andauernden Regimes enorme Tiefe hat. Erst seit 2007 gibt es eine offiziellen Regierungskommission, die sich mit der Aufarbeitung dieser Zeit beschäftigt. Spanien ist in vielen Punkten mit den späten Sechzigern, frühen Siebzigern in Deutschland vergleichbar. Kluge politische Entscheidungen könnten nötig sein um Spanien eine 68er-Bewegung zu ersparen. Dazu muss jeder in Spanien seinen Beitrag leisten. Die Überwindung der wirtschaftlichen Misere ist nur ein Teil der aktuellen Probleme.
Einfach ist die Überwindung der wirtschaftlichen Misere nicht. Dabei stellt sich in den Regionen und Städten abseits der Hauptstadt Madrid die Frage, ob eine vergleichbare Infrastruktur vorhanden ist. Sevilla verfügt zweifelsfrei über diese. Seit der Weltausstellung 1992 ist die Stadt durch eine Hochgeschwindigkeitstrasse direkt mit dem Zentrum von Madrid verbunden. Der historische Stadtkern ist vom Streckverlauf ausgenommen. Der Fernbahnhof liegt innenstadtnah und der Verkehr fließt in einem Tunnel ab. Sevilla ist sehr touristisch, verfügt aber über eine moderne Infrastruktur. Die Investitionen von 1992 haben das Stadtbild nachhaltig geprägt. Neben Bussen fahren moderne Straßenbahnen, eine U-Bahn-Linie geht 2010 ans Netz und verbindet den Stadtkern mit den äußeren Bezirken. Die beiden Universitäten haben in Spanien einen hervorragenden Ruf. Die ehemals von der Tabakindustrie geprägte Stadt hat sich zum spanischen Zentrum der Luftfahrtindustrie entwickelt. EADS unterhält hier ein Werk - Zulieferberiebe haben sich angesiedelt. Der internationale Flughafen gewährleistet ein direkte Anbindung nach Madrid und Barcelona und unterstützt dank der zahlreichen Billigflieger den steten Zustrom an Touristen. Trotz der nach wie vor hohen Bedeutung des Tourismus vermittelt Sevilla keinesfalls den Eindruck einer Fokussierung auf diesen. Die Stadt hat die Hausaufgaben gemacht, um die wirtschaftliche Misere zu überwinden. Sie steht damit lediglich in Konkurrenz mit vielen anderen spanischen Großstädten für die gleiches gilt!
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